Der heilige Cornelius war der älteste Patron von Diegem, eingeführt von der Abtei Kornelimünster. Die ältesten Urkunden ab 1358 sprechen stets von der Kirche ‚Sinte Cornelis tot Dieghem‘, und auch die Dekane nennen ihn ab 1509 als Patron. Vor 1615 wird Katharina nirgends als Patronin erwähnt.
1615, im Jahr, als Pfarrer Willem van Pede sein Amt antrat, taucht plötzlich der Name der heiligen Katharina auf. Wohl spielte die Schlossherrin Catharina Oudart eine Rolle; sie und ihr Mann Filips Happart waren große Wohltäter der Kirche und gute Freunde der Pfarrer. Es gab auch Vorläufer: Eine alte Glocke hieß Katharina, Catharina vander Noot und Karel van Brecht hatten den Bau der neuen Kirche stark gefördert, das Nordportal zeigt Katharina neben Cornelius, und es gab schon einen Katharinenaltar.
Die Dekane zögerten lange. 1645 strichen sie Katharina wieder und schrieben Cornelius; 1661 stand wieder Katharina da. 1674 wurde ihr ein neuer Hochaltar geweiht, während der Visitator anerkannte, dass Cornelius ‚bis jetzt der erste Patron‘ gewesen war. Ab 1683 wählte man den Mittelweg: Katharina als erste, Cornelius als zweite Patronin. Zwei Kirchenpatrone waren damals übrigens Mode, wie St. Michael und St. Gudula in Brüssel.
Cornelius blieb der Anziehungspunkt
Das Volk blieb Cornelius treu, und nach dem Tod des Pfarrers (1625), von Catharina Oudart (1629) und von Filips Happart (1631) trat er wieder in den Vordergrund. 1627 kamen neue Reliquien, 1643 ein neuer Corneliusaltar, und auf der Turmspitze von 1654 steht Cornelius vor Katharina. Er erhielt auch einen Platz auf der Kanzel (1687), auf der Chorvertäfelung (1726) und auf dem Orgelgehäuse (1792). Eine Katharinenkapelle gibt es nirgends im Dorf, eine Corneliuskapelle schon.
Die Reliquien des Cornelius
1575 bewahrte die Kirche Reliquien des Cornelius in einem silbernen Futteral auf, wahrscheinlich aus Kornelimünster. Der Überlieferung nach machten sie bei ihrer Ankunft an einer kleinen Steinkapelle bei den Papiermühlen Halt. Diese ersten Reliquien gingen verloren. Pfarrer Augustinus Beelden (1625–1639) erhielt neue durch den Dominikaner Nicolaus Georgius, der erklärte, sie stammten aus dem Reliquienschatz von Utrecht. 1627 ließ die Kirche einen Silberbeschlag für das Horn anfertigen, in dem sie aufbewahrt werden; dieses Reliquiar ist noch heute in Gebrauch. Erzbischof Boonen erkannte die Reliquien an.
Kurz danach, 1628, entstand eine kleine Kapelle mit einer Corneliusfigur an der Ecke von Invalstraat und Corneliusweg, wo heute die L. Degreefstraat auf die St.-Katarinastraat trifft. Sie stand zunächst frei; bei der Straßenverbreiterung 1929–1930 wurde sie in die Mauer eingesetzt. Anfang des 20. Jahrhunderts ließ Frau G. De Coninck dort jedes Jahr einen Ruhealtar für die Prozession errichten.
Katharina erhält ihre Reliquien
1665 gründeten die Karmeliten von Brüssel in Diegem eine Katharinenbruderschaft. Reliquien der Katharina, 1742 anerkannt und von Kanoniker Joannes Baptista Smet vom Martinskloster in Löwen geschenkt, wurden am 25. Dezember 1749 feierlich eingeholt. Vier Priester trugen den neuen Schrein in einer Prozession von Haren nach Diegem, mit den Gilden und viel Volk. Nach dem Hochamt trugen vier Diegemer Katharinas die Reliquie dreimal um die Kirche, und zwei weitere Katharinas trugen die Kerzen. Der Schrein von Nicolaus Van Mons kostete 126 Gulden.