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Woluwe & Mühlen

Der Mühlenkrieg Diegem–Vilvoorde

Calvinistische Müller in Diegem und katholische in Vilvoorde stritten um das Wasser der Woluwe (1563–1568).

Müller brauchten immer genug Wasser, auch auf Kosten der Mühlen flussabwärts. Zwischen 1563 und 1568 wuchs das zwischen Diegem und Vilvoorde zu einem regelrechten ‚Mühlenkrieg‘ aus, in dem auch der Glaube eine Rolle spielte. Henry de la Gruse, Eigentümer der Hofmolen, war der Anführer der Calvinisten in der Gegend, und auch der Herr von Diegem, Karel van Brecht, stand auf calvinistischer Seite. Ihnen gegenüber standen die katholischen Müller von Vilvoorde.

De la Gruse staute das Wasser der Woluwe an seiner Mühle, sodass die Mühlen von Vilvoorde trocken fielen. 1567 beschwerten sich die Pächter der königlichen Mühlen von Vilvoorde bei der Rechenkammer in Brüssel. Rentmeister Frans van Dieve untersuchte den Fall zusammen mit Aert de Bosschere, dem ‚Waterpreter‘, der in Diegem den Wasserstand kontrollierte. Der Pächter der Mühle, Peeter Geerts, hatte am Wehr manipuliert; er weigerte sich, etwas zu ändern, und sagte, er befolge nur die Befehle Karels van Brecht. Das Wehr wurde instand gesetzt, und bei Wiederholung drohte eine Strafe von 20 goldenen Realen, doch De la Gruse ließ die Mühle einfach wieder nach seinem Willen einstellen.

Danach übernahmen Peeter Geerts und sein Schwiegersohn Willem de Cuestere, genannt Titau, die Mühle. Sie leiteten das Wasser so um, dass es nicht mehr nach Vilvoorde floss, sondern über das alte Bett der Woluwe und den Hollebeek direkt zur Senne. Als ein zusätzlicher Balken aus Birnbaumholz mit einem Schloss angebracht wurde, brachen sie ihn heraus; offenbar hatten sie den Schlüssel in die Hände bekommen. Die Müller von Vilvoorde schrieben, dass sie in neun Stunden nicht mehr so viel mahlen konnten wie früher in zwei. Der Fall kam vor den Rat von Brabant. Wie er ausging, wissen wir nicht, denn das Urteil ist nicht erhalten. Mit der Verbannung von De la Gruse 1568 endete der Streit.

Spätere Streitigkeiten

Auch später gab es noch Streitigkeiten, aber nie mehr so heftig. 1640 strengte Johan Jourdain, Eigentümer der Broekmolen und Sekretär des Rates von Brabant, einen Prozess um den Wasserstand an; seine Gegner erschienen nicht, und am 9. März 1641 bekam er recht. 1766 verklagte Baronin de Piermans, Herrin von Diegem, den Papierfabrikanten Jan Baptist Sebier, weil er ein Rohr über den Hollebeek gelegt hatte, um Wasser aus einem Teich zu seiner Papiermühle zu bringen. Sebier hatte dafür allerdings 100 Patakons an die Diegemer Obrigkeit gezahlt. Der Gerichtsvollzieher wurde bei ihm festlich bewirtet, und nach monatelangen Verfahren wurde der Antrag der Baronin am 6. Juli 1767 abgewiesen.

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