Im Lauf der Jahrhunderte standen in Diegem etwa sechzehn Mühlen an der Woluwe und der Holbeek, aber nie alle gleichzeitig. Sie mahlten Getreide, schlugen Öl oder stellten Papier her und im 16.–17. Jahrhundert auch Schießpulver. 1686 gab es 2 Getreidemühlen, 4 Papiermühlen und 1 Ölmühle. 1844 waren es noch 6 Wassermühlen (2 Öl-, 3 Getreide- und 1 Papiermühle) und 2 Windmühlen.
Die ältesten Mühlen gehörten dem Herzog, den Herren von Diegem und der Abtei Kornelimünster. 1285 übernahm Herzog Johann I. eine Mühle, die zur Bannmühle für Diegem, Haren, Machelen und Melsbroek wurde (die ’s Hertogenmolen). Zwischen 1563 und 1568 führten die Müller von Diegem und Vilvoorde einen ‚Mühlenkrieg‘ um das Wasser der Woluwe.
Sechzehn Mühlen
Wer alle Mühlen zählt, die je in Diegem liefen, von der Grenze zu Zaventem bis zu der zu Machelen, kommt auf sechzehn: die Kleine Hofmolen (später St.-Katarinamolen), die Duivenmolen oder Mühle von Olekens, die Mühle von Jacobs, die Mühle ten Bossche, die Wasser- und die Windmühle von Bauwens, die Broek- oder Brachmolen, die Vondelmolen, die Cleyne Molen, die Hofmolen oder Grooten Molen, die Mühle von Wedelgem, die Poeselmolen, die Nieuwe Molen von Van Ertynghen, die herzoglichen Mühlen, die Abteimühle und eine Windmühle auf dem Hoorenveld.
Drei davon hießen Hofmühlen, weil sie den Herren von Diegem gehörten: die kleine Mühle von Nijpezele, die Cleyne Molen beim Schloss und die Hofmolen an der Voorde. Die Wassermühlen wurden alle drei Jahre neu verpachtet, sodass dieselben Müller oft auf verschiedenen Mühlen arbeiteten. Im 17. Jahrhundert bauten Brüsseler Unternehmer Getreide- und Ölmühlen zu Pulvermühlen um, weil die Kriege viel Schießpulver verlangten.




