Von der Kleinen Hofmühle zur St.-Katarinamolen
Die St.-Katarinamolen stand an der St.-Katarinastraat, zwischen dem Dorrenberg und Nijpezele, als erste Mühle hinter der Grenze zu Zaventem. Ursprünglich hieß sie Cleyne Molen von Nijpezele oder kleine Hofmühle, weil sie den Herren von Diegem gehörte. Der Name St.-Katarinamolen stammt wohl erst aus dem frühen 17. Jahrhundert, als die Schlossherrin Catharina Oudart ihren Namen überall sehen wollte: Die Kirche erhielt die heilige Katharina als Patronin, die Invalstraat wurde zur St.-Katarinastraat, und eine neue Kirchenglocke bekam den Namen Catharina.
Auf der Ferraris-Karte (1777) steht hier eine ‚Taufmeulen‘. Wahrscheinlich schrieb der österreichische Kartograf einfach auf, was er hörte: das Dialektwort ’t Hofmeulen. Andere denken eher an die benachbarte Duivenmolen.
Öl, Zichorie und Bier
Die Mühle wechselte oft Besitzer und Zweck. Im 17. Jahrhundert entstanden in der Gegend Pulvermühlen, und 1671 zählte man hier zwei: die Duivenmolen und wahrscheinlich die St.-Katarinamolen. Im 18. Jahrhundert wurde sie wieder eine Ölmühle. Ab 1834 war Philippus Vander Elst Eigentümer; seine Familie schlug dort Öl für die Lampen von Brüssel und für die Armee, und 1846 war die Mühle auch als Zichorienfabrik eingetragen.
1887 erhielt die Familie die Erlaubnis, eine Brauerei mit hohem Schornstein anzubauen; Albert Ermens und danach Hendrik Ermens waren dort Brauer. Zwischen den beiden Weltkriegen wurde die Brauerei stillgelegt, und Norbert De Tollenaere begann dort eine Champignonzucht. Die Mühle verschwand nach 1945. Die leerstehenden Gebäude wurden 1974 für das neue Autobahnkreuz von Diegem abgerissen.