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Alte Wege und Flurnamen

Vom Houtweg bis zum Regimentsberg: was alte Weg- und Flurnamen über Diegem erzählen.

Alte Wege

Weil der gesamte Verkehr die Woluwe an der Voorde überqueren musste, liefen dort die Wege beider Ufer zusammen. An der Ostgrenze verlief der Houtweg, ein alter Weg, der aus Watermaal an den drei Woluwe-Orten vorbeikam und jenseits der Voorde an der Senne endete. Die Oude Keulsebaan (alte Kölner Straße) über Evere und Haren Richtung Kampenhout und Aarschot liegt möglicherweise dem späteren Haachtsesteenweg zugrunde; man sieht in ihr eine Heerstraße aus dem 2. Jahrhundert.

Auf der anderen Seite der Woluwe führte die Broekstraat zu den ‚broeken‘ (Sümpfen) von Machelen und Vilvoorde, bis zur Diegemse Ham an der Senne. Von dort wurde der Diegemer Stein verschifft. Die Schetsstraat, 1350 Scytstraete, verdankt ihren Namen der Grenze (‚schei‘) zwischen Diegem und Machelen.

Flurnamen

Am Hang Richtung Haren lag die Harenheide, aufgeteilt in lange schmale Parzellen mit Namen wie de Moren, het Eeckhout (Eichenwald), de Moelie (nach der Form eines Backtrogs), de Drie Linden (drei Linden), het Bessemveld (wo Weiden für Besen wuchsen), het Kerkveld (Kirchenfeld), de Kalenberg (kahler Berg) und de Muizenkelder (Mäusekeller). Am Hang Richtung Lo lagen unter anderem het Schetsveld, het Hoorenveld, de Weyenberg (eine windige Anhöhe), de Korenberg und het Land van Luik. Letzteres hat nichts mit der Stadt Lüttich zu tun, sondern verweist wahrscheinlich auf Luyck van Pede, Meier im Jahr 1483.

Das Viertel Drielinden verdankt seinen Namen drei Linden an den drei Kreuzungen von Kosterstraat, Drielindenstraat und Groenstraat. An anderen Stellen gaben einzelne Bäume einem Ort den Namen, etwa die Preeklinde (Predigtlinde), unter der der Legende nach ein Heiliger gepredigt haben soll.

Heerlager

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts lagerten mehrmals Heere auf den Ebenen von Diegem. 1684 waren es 30.000 Holländer und Spanier, nach der Schlacht bei Fleurus 1690 zogen sich die Verbündeten hierher zurück, und im Mai 1693 lagen hier 24.000 Soldaten. Nach Wauters stammen die Flurnamen Regimentsberg und Kempblok aus dieser Zeit, auch wenn der Regimentsberg schon 1645 erwähnt wird. Im September 1830 lagerten auch die holländischen Truppen in Diegem, vor und nach ihrem Angriff auf Brüssel.

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