Ein verschwundener Ortsname
Nijpezele lag am südlichen Ende von Diegem, zu beiden Seiten der St.-Katarinastraat bis über die Woluwe. Heute taucht der Name nirgends mehr auf, weder im Kataster noch auf einem Straßenschild. Er kommt von ‚Ten Ypensele‘: der Wohnort (sele) bei den Ulmen (yp). Das n von ‚ten‘ rückte später nach vorn, sodass Nypesele entstand. Die älteste Erwähnung stammt von 1263.
Nach Verbesselt ging Nijpezele auf einen fränkischen Hof aus dem 4.–5. Jahrhundert zurück. Später war es ein Lehen der Benediktinerabtei Inde (Kornelimünster) bei Aachen, und Ende des 14. Jahrhunderts lebte dort eine Familie, die sich ‚van Nypesele‘ nannte. Einige Wassermühlen liefen dort, darunter die St.-Katarinamolen und die Duivenmolen; 1568 ist von einer Papiermühle des Lanceloet van Ginderachter die Rede. Aus Nijpezele ging später Diegem-Lo hervor, das entlang des Zaventemsesteenweg und der Molenstraat mit dem Dorf zusammenwuchs.
Diegem-Hoek
Diegem-Hoek am Ende der Tenaertslaan war früher der Zugang nach Nijpezele. Hier führte der Weg über die ‚Boschbrugge‘ über die Woluwe, schon 1640 erwähnt. Um 1912 entstand eine neue Brücke, daneben das Wirtshaus ‚In de Boschbrugge‘. Ab 1930 wurden die Bäume am Bach für den Bau des Woluwe-Sammelkanals gefällt. Etwas weiter, an der Grenze zu Zaventem, lag der Dorrenberg, ein von Wasser umgebener Ort, an dem schon im 14. Jahrhundert Menschen wohnten.