Feste und Vergnügen waren in Diegem immer wichtig. 1877 veranstaltete die Gemeinde ein Festival mit Silbermedaillen für die teilnehmenden Vereine im Pfeilwerfen, Scheibenschießen und Kegeln. 1889 verbot der Rat nach Beschwerden Orgeln und Orchestrions auf Tanzfesten, außer in öffentlichen Sälen. Das Schöffenkollegium legte jedes Jahr feste Termine für die Winterbälle fest, Viertel für Viertel: rund um das Steinkreuz, die Kerkstraat, den Hoek und den Lo. 1900 gab es noch eine Sankt-Sebastians-Gilde (Bogenschützen), und 1933 wurde sogar ‚Kanonendonner‘ bei Hochzeiten verboten. Als der Bezirkskommissar 1924 um Feste und Umzüge ‚zur Verteidigung des belgischen Franken‘ bat, ging das Kollegium nicht darauf ein.
Ein blühendes Vereinsleben
Vereine schossen wie Pilze aus dem Boden: der Taubenverein ‚De Hoop‘ (1878), ein erster Radsportverein (1893), die Hilfskasse ‚De Volksbond‘ (anerkannt 1898), eine sozialistische Ortsgruppe (1912), Veteranenverbände nach 1918, Theatergruppen wie ‚Rust roest‘, ‚Vermaak na Arbeid‘ und die Theaterabteilungen der Blaskapellen, Sportvereine wie Star Diegem und der Kaats- und Handballclub ‚De Verstotelingen‘ aus Diegem-Hoek, später Chiro, KWB, KAV und Davidsfonds. 1960 wurde die Sankt-Anna-Kirmes in der Broekstraat wieder belebt.
Ab 1923 gab die Gemeinde Theatergruppen 75 Franken für Stücke ‚erzieherischer und sittlicher Art‘, sofern sie das Textbuch drei Wochen vorher einem Schöffen zuschickten. 1924 ging das schief: Das Textbuch von ‚Der Mann mit der eisernen Maske‘ ging über den Feldhüter zu einem Schöffen und zurück, erreichte aber nie den Bürgermeister. Die Gruppe verpasste ihren Zuschuss, und das Kollegium ersetzte nachträglich das verlorene Textbuch.