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Dorfkern

Wirtshäuser, Säle und verschwundene Häuser

Zaal Milde, das alte Wirtshaus In Sint-Cornelius, verschwundene Häuser und das Schlösschen Bagatelle.

Zaal Milde

Um 1900 stand neben dem Gemeindehaus das Wirtshaus ‚A la clé d'or‘ von Hendrik Deroover, ‚Rie den Dom‘. Um 1905 brannte es an einem Ostermontag nach einer Explosion beim Anzünden des Lichts völlig aus und wurde einige Monate später wieder aufgebaut. Um 1920 kam ein großer Saal hinzu, in dem während der Osterkirmes eine monumentale Jahrmarktsorgel die ganze Bühne füllte und in den 1920er-Jahren jedes Wochenende Filme liefen, das ‚Cinéma Elisabeth‘. Nach dem Ersten Weltkrieg hieß das Café ‚Au Carabinier de l'Yser‘, später ‚Café du Centre‘. 1937 verkaufte Deroover alles an Jules Milde; seit 1927 ist es das Vereinslokal der Königlichen Blaskapelle, und nach einer vollständigen Erneuerung 1974 heißt es wieder Zaal Milde.

In Sint-Cornelius

An der Ecke von Marktplatz und Kerkstraat stand eines der ältesten Wirtshäuser der Gegend. Der älteste Teil stammte wohl von 1738, und um 1775 war das Ganze fertig, mit teils meterdicken Mauern aus Diegemer Sandstein und vier Dachböden. Das Wirtshausschild zeigte den heiligen Cornelius beim Kaffeeeinschenken; als es abgenommen wurde, sagte Pfarrer Mertens, es sei ‚das Schönste‘ gewesen, was im Café zu sehen war. Im Volksmund hieß das Wirtshaus ‚Bij Moenssens‘, nach einem Wirt Moens um 1790. Am ersten Dienstag im Monat wurde das Café von Pilgern überrannt, die körbeweise Brötchen und gekochte Eier verzehrten. Nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel das Gebäude, und 1971 wurde es abgerissen.

Verschwundene Häuser und Namen

Hinter der Kirche stand das Gehöft ‚Het Paleis‘ (der Palast), ab 1602 erwähnt und 1721 verkauft; vom Gebäude selbst blieb nichts. An der Kurve der alten Haachtsesteenweg lag das Haus ‚De Helle‘ (die Hölle), das 1514 an die Armentafel kam. Alte Postkarten und Register bewahren viele Wirtshausnamen: ‚In 't Zavelken‘, ‚In de volle Pot‘, ‚In de Pomp‘, ‚In 't Wit Paard‘, das ‚Café du Tram‘ an der Straßenbahnhaltestelle, ‚Bij de Kiek‘ in Diegem-Hoek, ‚In de Kroon‘, der ‚Plezante Hoek‘ eines Zauberkünstlers, ‚In de zoeten Inval‘ und ‚In de 2 Sleutels‘. 1957 zählte Diegem noch 35 Kneipen.

Von Bagatelle zu Koinonia

Um 1935 kauften die ‚Dames de Marie‘ das verwahrloste Schlösschen ‚Bagatelle‘ in der Groenstraat und nannten es ‚Madonna‘. 1939–1940 war es nacheinander von belgischen, britischen und deutschen Soldaten besetzt; die Deutschen fällten über hundert Bäume und brachen das Obergeschoss ab, um einen Beobachtungsposten nahe den Flugplätzen Evere und Melsbroek zu haben. Nach dem Krieg wurde es ein Ferienhaus für Schwestern und später ein Besinnungszentrum mit dem Namen ‚Koinonia‘, griechisch für Gemeinschaft.

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